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Flucht gross

FLUCHT UND ASYL

Stetig steigen die weltweiten Flüchtlingszahlen aufgrund von Kriegen, Gewaltkonflikten, Terror und politischer Verfolgung, Armut und fehlenden Lebensperspektiven sowie Umweltkatastrophen.
Die oft menschenunwürdigen Zustände in den betroffenen Regionen veranlassen immer mehr Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Die meisten von ihnen flüchten als sogenannte Binnenvertriebene in die direkt angrenzenden Nachbarländer. Einige von ihnen treten die gefährliche Flucht über das Meer nach Europa an: Im vergangenen Jahr 2015 nahmen mehr als eine Millionen Menschen den Seeweg auf sich, Tausende von ihnen verloren dabei ihr Leben oder gelten seither als vermisst.

Die sich weltweit zuspitzende Situation schlug sich im sogenannten Sommer der Migration im Jahr 2015 schließlich auch hierzulande in den gestiegenen Flüchtlingszahlen nieder: In Deutschland erhöhte sich die Zahl der Asylanträge von rund 173.000 im Jahr 2014 auf 441.899 im Jahr 2015. Zum Vergleich: Während des Bosnienkrieges suchten 1992 fast 440.000 Menschen in Deutschland Asyl.
Die meisten Asylanträge stellten Menschen aus Syrien, Afghanistan, Irak, Iran, Pakistan und Eritrea. Darüber hinaus beantragten viele Albaner/innen und Kosovaren Asyl , wobei die Anerkennungsquote bei den beiden letztgenannten Gruppen verschwindend gering war. Die besten Chancen auf positive Asylbescheide hatten Geflüchtete aus Syrien, Eritrea und Irak.

Viele Flüchtlinge, die bei FIM Rat und Unterstützung suchen, kommen aus afrikanischen Herkunftsländern, vor allem aus Eritrea und Äthiopien, aber auch zum Beispiel aus Nigeria und Somalia. Der ostafrikanische Schwerpunkt erklärt sich u.a. dadurch, dass zwei FIM-Beraterinnen Tigrinya und Amharisch sprechen. Seit April 2016 wurde das bereits bestehende Beratungsangebot aufgrund der zunehmenden Anzahl geflüchteter Menschen aus arabischsprachigen Ländern erweitert. Unsere neue arabischsprachige Mitarbeiterin berät Klientinnen aus Syrien, Irak, Algerien und Sudan. Mit Hilfe einer Dari/Farsi-sprechenden Übersetzerin unterstützen wir zudem Frauen aus Afghanistan und dem Iran. Neben der Einzelfallhilfe führt FIM umfassende Informations- und Bildungsmodule in den Flüchtlingsunterkünften in Frankfurt in den wichtigsten Herkunftssprachen durch. Behandelt werden u.a. Themen wie Ankommen und gängige Umgangsformen in Deutschland, soziale Netzwerke und Familie, Rechte der Frau/Geschlechtergerechtigkeit und sexuelle Gewalt. Darüber hinaus führt FIM zunehmend fachöffentliche Veranstaltungen für Sozialarbeiter/innen
zum Themenfeld Flucht und Gewalt sowie interkulturelle Herausforderungen durch.

 

FIM fordert: Mehr Rechte für Frauen auf der Flucht

Vor allem Frauen aus afrikanischen Ländern und dem Nahen Osten zählen aufgrund der gefährlichen Fluchtwege und geringer finanzieller Mittel zumeist zu den Binnenvertriebenen (rund zwei Drittel aller Asylanträge wurden 2015 laut BAMF von Männern gestellt), vielen Frauen gelingt nicht die Flucht nach Europa. Dabei sind sie nicht weniger von Fluchtursachen betroffen: Der jährliche Bericht des UNHCR 2015 zeigt, dass die Hälfte aller Menschen auf der Flucht weiblich ist. Frauen sind in Kriegen und Konflikten besonders vulnerabel und am häufigsten Opfer verschiedener Formen von GewaltZu den frauenspezifischen Fluchtgründen zählen u.a. sexuelle Gewalt, kriegsbedingte Vergewaltigungen und Zwangsehen. In der Beratung kommen erschreckende Gewalterfahrungen von geflüchteten Frauen zu Tage, die z.B. in Nordafrika in die Hände von Menschenhändlern geraten sind oder von Schleppern misshandelt wurden.

Um dieser Gewaltspirale etwas entgegenzusetzen, sind z.B. sichere Einreisemöglichkeiten für Frauen auf der Flucht unabdingbar, so etwa als Kontingentflüchtlinge. Auch in Deutschland sind besondere Schutzmaßnahmen für geflüchtete Frauen erforderlich. Dazu gehören separate Unterbringungsmöglichkeiten sowie Schutzräume für alleinreisende oder von Gewalt betroffene Frauen. Mit Hilfe eines Gewaltschutzkonzeptes gilt es das Personal in den Flüchtlingsunterkünften für das Thema zu sensibilisieren. Darüber hinaus müssen muttersprachliche Informationen über die vorhandenen Hilfestrukturen bereit gestellt sowie für die adäquate Einbindung von Dolmetscherinnen Sorge getragen werden.

So finden Sie uns

Vom Hauptbahnhof Frankfurt am Main: Straßenbahn 16 (Ginnheim) oder Straßenbahn 17 (Rebstockbad) bis Haltestelle „Varrentrappstraße“

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