EnglischFranzosischBulgarischRumanischAmharischTagalogThailandischTigrinyaArabischFarsi.PNGSpanisch.PNG

 

FGM klein

Afrikanische Frauengruppe fordert bessere Gesundheitsversorgung bei FGM

Frankfurt/05.02.2016. Anlässlich des Internationalen Tages Null-Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) am 06. Februar sprachen die Teilnehmerinnen der Frauengruppe vom FIM - Frauenrecht ist Menschenrecht e.V. über ihre eigenen Erfahrungen mit FGM und stellten sich gegen diese Menschenrechtsverletzung.

„Nach dem ersten Kind habe ich gesagt: ‚Nie wieder‘.“ So erinnert sich eine Frau an die Geburt unter extremen Schmerzen, die auch Monate danach noch anhielten. Sie brachte ihr Kind in Niger1 zur Welt, wo FGM zwar weit verbreitet ist, viele betroffene Frauen dennoch keine angemessene medizinische Versorgung erfahren. In Deutschland entbinden von FGM betroffene Frauen häufig mit Kaiserschnitt. Zugleich stoßen die Frauen nach wie vor auf Unkenntnis beim medizinischen Personal: Deutsche Gynäkologen/innen sind mit der Praktik FGM kaum vertraut, sie erkennen die Beschneidung der Frauen oft nicht, reagieren unsensibel und können sie entsprechend nicht gut versorgen. Vorsorgeuntersuchungen sind für viele beschnittene Frauen eine Qual, von der Geburt ganz zu schweigen. So kommt es auch in Deutschland zu Komplikationen bei der Schwangerschaft und der Geburt sowie zu Gefährdungen.

Die Frauengruppe von FIM2, in der Frauen u.a. aus dem Sudan, Eritrea, Äthiopien aktiv sind, fordert deshalb die medizinische und sozio-kulturelle Schulung von Gesundheitspersonal in Deutschland, um den Leidensdruck betroffener Frauen zu reduzieren und Mutter und Kind bei der Geburt besser zu unterstützen. So bunt gemischt und heterogen die Frauengruppe von FIM ist, über eines sind sich alle einig: „Ich lasse nicht zu, dass das bei meinen Mädchen gemacht wird!“

 

Mehr als 125 Millionen Frauen weltweit sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von der weiblichen Genitalbeschneidung – international als FGM/C (Female Genital Mutilation oder Cutting) bezeichnet – betroffen. An den körperlichen und seelischen Folgen leiden manche Frauen ein Leben lang. Hauptverbreitungsgebiete der weiblichen Genitalbeschneidung sind 29 Staaten im westlichen und nordöstlichen Afrika. FGM wird aber auch in einigen asiatischen und lateinamerikanischen Ländern praktiziert. Im Zuge der Migration wird die weibliche Beschneidung in die Einwanderungsländer getragen.

In Deutschland leben mindestens 20.000 betroffene Frauen. Rund 5.000 Mädchen sind akut gefährdet, Opfer zu werden. Aufgrund großer Einwanderergruppen aus Ländern, in denen FGM praktiziert wird, gibt es viele betroffene Frauen und potentiell gefährdete Mädchen im Rhein-Main-Gebiet. Traditionell ist das Thema FGM in den betreffenden Communities mit einem Tabu belegt. In Deutschland verhindern vielfach Unkenntnis und fehlende Sensibilisierung eine adäquate Unterstützung der Betroffenen und wirksame Prävention. Hier setzt die Arbeit von FIM gegen die weibliche Beschneidung an.

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Elvira Niesner (Leiterin) │ E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! │Telefon: 069-970 97 97-0

1 Das Herkunftsland wurde anonymisiert.
2 Die Frauengruppe ist Bestandteil eines FIM-Projektes, das vom Land Hessen im Rahmen des WIR-Programmes (WIR-Wegweisende Integrationsansätze Realisieren) gefördert wird.

Zurück zur Übersicht

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok