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 Mit Kopf und Herz

Frankfurt/04.05.2018 Was verstehe ich eigentlich unter Integration und wie stelle ich mir mein Leben in Deutschland perspektivisch vor? Das fragten sich dreizehn Bewohner/innen der Frankfurter Geflüchtetenunterkunft des Deutschen Roten Kreuzes vergangenen Samstag. Sie haben sich ein komplettes Wochenende im Rahmen einer Schulung für Multiplikatoren/innen damit beschäftigt, wie sie ihre Ressourcen hier gut einbringen können.

Für den umstrittenen Begriff der Integration finden die Geflüchteten gemeinsam mit den Referenten von FIM e.V. recht schnell einen Konsens: Sie wollen aktive und gleichberechtige Bürger/innen dieses Landes werden, und zwar mit Kopf und Herz. „Das ist wichtig“, sagt einer der Referenten Yousif, „denn nur wer auf beiden Ebenen die Ehe mit dieser Gesellschaft bejaht, kann auch ein Teil von ihr werden.“

Diese Eheschließung wollen die Teilnehmer/innen aus Äthiopien, Syrien, Afghanistan und Iran allesamt. Gemeinsam reflektieren sie, was ihnen auf diesem Weg helfen wird und welche Hürden es gibt. Partizipation stellt sich dabei als ein zentraler Türöffner zu den hier beheimateten Menschen dar. Sei es im Sportverein oder auf politischer Ebene, was zählt ist der Kontakt zwischen Neuangekommenen und Alteingesessenen. „Seht Deutschland als einen Verein – Deutschland e.V.“, sagt Yousif. „Wenn ihr eintretet, wollt ihr doch auch mitspielen, oder?“

Ein etwa 50-jähriger Mann aus Syrien fragt schließlich: „Wollen die Deutschen überhaupt mit uns in Kontakt kommen?“ Er spielt auf alltägliche Diskriminierungserfahrungen an, die die meisten im Raum kennen. Ja, die gibt es auch, müssen wir zugeben. Aber es gibt auch ein buntes, weltoffenes Deutschland. Einer Befragung zufolge waren es im Jahr 2016 noch rund fünf Millionen Menschen in Deutschland, die sich für Flüchtlinge engagierten. Eine, die sich noch heute ehrenamtlich für Geflüchtete einsetzt, sitzt sogar mit uns hier in der Schulung. „Das sind die Deutschen, die jetzt für euch wichtig sind. Sie sind diejenigen, die euch unterstützen werden.“

In der Theorie leuchtet das allen ein, ein junger Syrer traut sich schließlich doch noch zu sagen, dass es alles ein bisschen viel sei für einige der Geflüchteten. Sie seien mit den Herausforderungen des Alltags beschäftigt: Das Asylverfahren durchstehen, die Sprache lernen, die Kinderbetreuung, Wohnungssuche usw. „Das sind alles sehr wichtige Sachen, die zuerst erledigt sein müssen“, sagt er.

Wir beenden den Schulungstag dennoch mit einer Ermutigung: Ein Teil dieser Gesellschaft zu werden sei nicht leicht, aber es lohne sich vielmehr auf dem Spielfeld zu stehen statt vom Rand zuzuschauen.

 


FIM e.V. arbeitet mit den geflüchteten Frauen und Familien in den Unterkünften zu verschiedenen Themen rund um das Ankommen in Deutschland. Für Anfragen können Sie sich gerne an die zuständige Kollegin wenden:

Sara Kolah Ghoutschi

Tel.: 069-970 97 097 13; Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

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